Fakten über Elena Baturinas Trennung vom österr. Management

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Im Jänner 2014 kündigte Elena Baturina, die Eigentümerin einer internationalen Hotelkette, an, ihre Managementstrukturen, die von der österreichischen Gesellschaft Martinez Holding AG verwaltet wurden, ändern zu wollen. Die Beendigung der Zusammenarbeit mit dem vom Österreicher Michael Regner geleiteten Managementunternehmen beruht auf der Nichterfüllung der vertraglich festgelegten Verpflichtung, die Entwicklung und Rentabilität der ihm anvertrauten Hotelkette zu gewährleisten

Die Verwaltung der Hotels sollte voraussichlich auf die US-amerikanische Interstate Hotels & Resorts Independent Managing Company übertragen werden.

Baturinas Pressesekretär Gennady Terebkov betonte, dass der Wechsel der Managementunternehmens keinerlei Auswirkungen auf den laufenden Betrieb der Hotels und den Komfort der Gäste oder die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter bzw. die unmittelbaren Führungskräfte der Hotels haben werde.

Bisher wurden folgende im Eigentum von Elena Baturina stehende Hotels von der Martinez Holding AG geführt, die im Jahr 2011 von Elena Baturina und der Martinez Hospitality AG gemeinsam gegründet wurde: das Grand Tirolia in Österreich, das Quisisana Palace in der Tschechischen Republik, das New Peterhof in Russland und das Morrison (betrieben von DoubleTree by Hilton) in Irland. Die Martinez Holding AG wurde ihrerseits von Michael Regner, einem der Hauptanteilseigner der Martinez Hospitality AG geleitet. Regner verpflichtete sich in der getroffenen Vereinbarung dazu, einerseits die Hotels von Elena Baturina zu verwalten und andererseits das Hotelmanagementgeschäft weiterzuentwickeln. Geplant war auch, weitere Hotels von Drittparteien unter Verwaltung zu nehmen.

Der Vertrag mit Michael Regner enthielt einen detaillierten Geschäftsplan zur Unternehmensentwicklung, für den er seit der Gründung der Aktiengesellschaft finanzielle Mittel zum Zwecke der Anwerbung von Drittparteihotels erhielt.

Mit Ende des zweiten Geschäftsjahres hatte die Martinez Holding AG jedoch mit lediglich einem Hotel einen Managementvertrag unterzeichnet. Da der Bau gerade erst begonnen hatte, schien der Zeitpunkt der Inbetriebnahme noch vollkommen ungeklärt und damit verbunden auch, ab welchem Zeitpunkt durch die Verwaltung Einnahmen erzielt werden könnten.

Darüber hinaus kam Regner seiner Verpflichtung, die Rentabilität des Managementunternehmens selbst zu gewährleisten, nicht nach. Aufgrund der erläuterten Vertragsverletzungen kamen zudem Zweifel an der Herkunft der angeführten Ausgaben bzw. der Korrektheit der Berichterstattung an den Vorstand auf. Dies führte schließlich zum Entschluss seitens Baturina, die Martinez Holding AG nicht mehr weiter zu finanzieren und die Zusammenarbeit mit Michael Regner zu beenden. „Verletzungen vertraglicher Verpflichtungen, einschließlich derer in Bezug auf die finanziellen Leistungsindikatoren der Hotels, die zwei Jahre in Folge deutlich schlechter als angenommen waren, haben zur Entscheidung von Frau Baturina geführt, die Dienste der Martinez Holding AG und von Herrn Regner persönlich in Zukunft nicht mehr in Anspruch zu nehmen“, erklärt Elena Baturinas Pressesekretär.

Am Donnerstag, dem 30. Jänner 2014, reichte die Geschäftsführung der österreichischen Martinez Hotels GmbH, die zur Martinez Holding AG gehört, beim Handelsgericht Wien einen Antrag auf Eröffnung eines Konkursverfahrens ein. Wie sich heraustellte, konnte Michael Regner, der für die Umsetzung strategischer Pläne, die Entwicklung der Kette sowie die Sicherstellung des Betriebs der Verwaltungsgesellschaft – z. B. die Zahlung der Löhne an die Mitarbeiter, Steuerzahlungen und die Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern – seine Effizienz bei der Lösung von sowohl strategischen als auch taktischen Aufgaben ohne Aufsicht des Vorstands und der Eigentümerin nicht unter Beweis stellen.

Daraufhin veröffentlichte Gennady Terebkov, Elena Baturinas Pressesekretär, folgende Presseinformation: „Der Konkursantrag weist darauf hin, dass die durch das Martinez-Unternehmen zahlbaren Verbindlichkeiten 800.000 Euro betragen – ihre Forderungen dagegen 2 Mio. Euro. Beide Zahlen weichen von den Informationen ab, die Michael Regner der Eigentümerin und dem Vorstand der Martinez Holding AG vorgelegt hatte. Hinzu kommt, dass die ersten Ergebnisse der Bilanzprüfung, die zur Zeit im Gange ist, zeigen, dass die von Michael Regner während der gesamten Dauer seiner Anstellung eingereichten Berichte nicht den tatsächlichen Stand der Dinge in dem Martinez-Unternehmen widerspiegelten. Darüber hinaus muss erwähnt werden, dass Elena Baturinas Einrichtungen diesem Unternehmen niemals Gelder entzogen haben, da sie gemäß der von Michael Regner vorgelegten Rechenschaftsberichte in dem Glauben waren, dass diese Mittel in die geschäftliche Entwicklung und die Einbringung neuer Hotels zur Verwaltung flossen. Aktuell sind die Buchprüfer sich sicher, dass die Schulden von Martinez gegenüber Elena Baturinas Einrichtungen die Forderungen der Hotels gegenüber der Verwaltungsgesellschaft übersteigen.“

Es ist zu erwähnen, dass Michael Regner in den zwei Jahren mit keinem der verwalteten Hotels Verträge abgeschlossen hatte, was es den Hotels unmöglich machte, die Vergütung für ihre Verwaltung zu zahlen.

Die vielen Verwaltungsfehler von Michael Regner führten zu der desaströsen Finanzlage bei Martinez und zwangen das Unternehmen zur Konkursanmeldung: Die Mitarbeiter des Unternehmens haben seit Dezember keine Löhne erhalten, es wurden keine Sozialversicherungsbeiträge gezahlt und die Außenstände an mehrere Geschäftspartner wurden seit über einem Jahr nicht beglichen.

Aktuell werden Michael Regners Aktivitäten einer sorgfältigen Prüfung unterzogen. „Zum jetzigen Zeitpunkt können wir dem früheren Vorsitzenden der Martinez Holding konkretere Fragen stellen“, so Gennady Terebkov. „Eine dieser Fragen betrifft die Beziehung zwischen Michael Regner und dem Subunternehmer MRP Hotels, den er mit der Erbringung von Dienstleistungen sowohl für die Verwaltungsgesellschaft als auch für alle ihm anvertrauten Hotels von Elena Baturina beauftragt hatte.“

Zu jener Zeit, als die MRP Hotels als Dienstleister für die Martinez Holding und die von ihr verwaltete Hotelkette in Betracht gezogen wurde, fand der Vorstand heraus, dass Michael Regner Mitinhaber der MRP war. Herr Regner sicherte daraufhin dem Vorstand zu, dass er dieses Inhaberverhältnis in nächster Zukunft aufgeben würde, um Interessenskonflikte zu vermeiden. Er hielt dieses Versprechen jedoch nicht und informierte noch nicht einmal den Vorstand der Martinez Holding offiziell davon, dass er nicht nur weiterhin Mitglied des Beirats der MRP Hotels war, sondern auch Mitinhaber blieb. Auch sollte beachtet werden, dass Michael Regner bekannt war, dass in derartigen Fällen die Erlaubnis des Vorstands für die Unterzeichnung des Vertrags zwingend erforderlich ist.

Ein weiteres Problem, das die Untersuchung jetzt offen gelegt hat, ist der Umstand, dass – gegenüber zahlreichen, lange überfälligen Schulden der Martinez Holding an andere Subunternehmer – die Zahlungen an die MRP Hotels während des gesamten Zeitraums der Zusammenarbeit mit spektakulärer Regelmäßigkeit erfolgten. Gegenwärtig findet eine eingehende Untersuchung der Beziehung zwischen der Martinez Holding, Michael Regner und dem Unternehmen MRP Hotels sowie der Gültigkeit der zugunsten der Letzteren erfolgten Zahlungen statt.

Die beendete Zusammenarbeit mit Martinez beeinflusst weder den Betrieb der Hotels, die ihre Beziehungen mit Zulieferern, Teilhabern und Geschäftspartnern aufrecht erhalten, noch den Komfort ihrer Gäste. Es wird nunmehr über die Übertragung der Hotels an eine amerikanische Verwaltungsgesellschaft verhandelt. Es wird jedoch nicht ausgeschlossen, dass einige Hotels weiter unter der Führung ihrer unmittelbaren Leiter betrieben werden – ohne eine Verwaltungsgesellschaft.

Beispielsweise bot Matthias Engel, General Manager im Grand Tirolia Kitzbühel, an, die Führung des Hotels zu übernehmen und es ohne Mitwirkung eines Managementunternehmens zu verwalten. Angesichts der hervorragenden Arbeit von Matthias Engel als Geschäftsführer seit Juni 2011 willigte Elena Baturina in Engels Vorschlag ein, eines der führenden Hotels ihrer Kette unabhängig zu verwalten.

„Diese organisatorischen Änderungen zielen unter anderem darauf ab, das Niveau der gebotenen Dienstleistungen zu verbessern, was eine der Prioritäten unserer Hotelkette ist. Wir erwarten keine wesentlichen Änderungen der strategischen Pläne von Elena Baturina für die geschäftliche Entwicklung der Hotels und die Investition in gewerbliche Immobilien in Europa und den USA“, betonte Frau Baturinas Pressedienst.

Matthias Engel trägt nun die Verantwortung über das Tagesgeschäft und die strategische Entwicklung des Grand Tirolia Kitzbühel und der darin befindlichen Restaurants, darunter den Gourmettempel Petit Tirolia.

Elena Baturina Pressesekretär weist darauf hin, dass der Wechsel der Verwaltungsgesellschaft und die Beendigung der Beziehung mit dem österreichischen Hotelmanagement keine wesentlichen Änderungen der strategischen Pläne von Elena Baturina für die geschäftliche Entwicklung der Hotels und die Investition in gewerbliche Immobilien in Europa und den USA zur Folge hat.

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